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Culture Counts DIVERSITY, 24 Stunden Interviewmarathon, Was ist deutsch?

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Titus Dittmann



Titus Dittmann

geb. 1948, gilt als „Vater der deutschen Skateboard-Szene“. Was 1978 mit der Leidenschaft fürs Rollbrett fahren beginnt, mündet in der europäischen Marktführerschaft. Die „titus GmbH“ (Münster) versorgt die Szene mit Skateboards, Zubehör, Streetwear und dem dazugehörigen Lebensgefühl. Nach einem Beinahe-Bankrott vor einigen Jahren restrukturiert Dittmann sein Unternehmen und setzte noch mal alles auf eine Karte. Die eigene Krise hat den Blick des Unternehmers und Ex-Studienrats auf die Welt verändert: in Kabul unterstützt er u. a. das Projekt „Skateistan“. Zwei Tonnen Skateboards mitsamt Zubehör hat Titus unlängst von Münster nach Kabul transportieren lassen, um dort die Basis für humanitäre Jugendarbeit zu leisten.

Wer skatet, schießt nicht

Wenn überhaupt jemand Deutschland ins Rollen gebracht hat, dann Titus Dittmann. Als angehender Lehrer entdeckte er das „pädagogische Potenzial“ des Skateboardens. Seine „Prüfung“ ergab, dass sich Skateboarden hervorragend als Schulsport eigne. Doch die Bretter fehlten. So reiste Dittmann mehrmals in die USA und kam mit Rollbrettern im Handgepäck zurück. Der Rest dieser ursprünglichen Beschaffungs-Kreativität ist Geschichte. Dittmann selbst beschritt jedoch mit der titus GmbH einen untypisch deutschen Karriereweg: „Erst Beamter, dann Unternehmer!“ War sein mangelndes Profitstreben Grund für den Erfolg? Da ist sich Dittmann sicher. Apropos Geld: „Geld ist mir nur dann nicht scheißegal, wenn es nicht da ist.“ Solange Grundbedürfnisse wie ein Brett mit vier Rollen unter den Füßen zu haben gedeckt sind, geht’s ihm gut. Und seine Skateboard-Familie ist weiterhin seine Heimat: „Ich hatte ja nie das Bedürfnis, in der Erwachsenenwelt heimisch zu werden. Mein zuhause sind die Skater.“ Ganz nebenbei ist das Skateboarden auch eine Lebensschulung: „Was den Skateboarder ausmacht, ist eine Gemeinschaft, in der Leistungsbereitschaft und Kreativität gefordert wird. Diese Werte werden geschult.“ Deswegen braucht auch Afghanistan Skateboards. Dittmann: „Wenn jemand ein Mann werden will, braucht er etwas, um sich abzugrenzen. Eine Kalaschnikow oder eben ein Skateboard.“ Schuhmacher fragt: „Wer skatet, schießt nicht?“ Dittmann: „Naja, ich würde da vorsichtig sein. Aber im Grunde stimmt es schon.“