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Culture Counts DIVERSITY, 24 Stunden Interviewmarathon, Was ist deutsch?

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Ramazan Salman



Ramazan Salman

Während an Berliner Küchentischen gerade die ersten Frühstücksbrötchen geschmiert werden, sitzt Ramazan Salman, in Istanbul geboren und in Deutschland aufgewachsen, längst im Radialsystem auf dem heißen Stuhl. Als Geschäftsführer des Ethnomedizinischen Zentrums Hannover hilft der Medizinsoziologe Migranten, einen besseren Zugang zum Gesundheitswesen zu bekommen. Sein Verein schult Gesundheitsdolmetscher, vermittelt mehrsprachige Ärzte und bildet Migranten zu Mediatoren aus, die andere Einwanderer über Gesundheitsthemen aufklären.

Seinen Job versteht Salman als Graswurzelarbeit im Dienste der Integration, denn das Thema Gesundheit hält er für wichtiger als Sprachkenntnisse: „Man sagt ja leicht, Menschen sollen sich anpassen und in eine Gesellschaft einfügen“, sagt er. In Wahrheit sei das ein belastender psychologischer Vorgang, weil man immer dual denken müsse, um die eigene Herkunft mit der deutschen Identität miteinander zu vereinbaren – ein Prozess, der krank machen könne. „Wenn dir jeder ständig sagt, ‚du sprichst aber nicht so gut deutsch’, entsteht ein enormer Druck, der die Chance erhöht, dass man krank wird“. Salman selbst jedoch scheint der seelische Spagat zwischen Lehrern der 68er-Generation, die ihn zur „starken Persönlichkeit“ erziehen wollten und einem Vater, der Folgsamkeit und Respekt einforderte, gelungen zu sein. „Ich fand es immer gut, anders zu sein“, erzählt er. Und wenn seine Zahlen stimmen, ist er damit natürlich nicht nur die rühmliche Ausnahme von der Regel: „Siebzig bis Achzig Prozent der Migranten integrieren sich hervorragend.“